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Neuerscheinungen

Michael Manfé: Ohnmacht

2016, 216 S., ISBN 978-3-86938-080-3, 22.00 EUR

Der ohnmächtige Mensch ist der in eine Ecke des Lebens gedrängte und getriebene Mensch. Der ohnmächtige Mensch wird zum Ding degradiert, zum Automaten, zur Maschine, der man den Stecker zum Leben im vollen Wortsinn gezogen hat. Der ohnmächtige Mensch ist in Einsamkeitsstrategien gefangen. Sein Tun ist von außen suggeriert und erfolgt nicht mehr aus freien Stücken. Der ohnmächtige Mensch vermag nicht mehr Schöpfer, sondern nur mehr Zerstörer zu sein. Die in Ohnmacht Gefangenen sind zur erfüllenden Hingabe unfähig. Sie sind der Fähigkeit beraubt, sich selbst positive Kraft zu verleihen. Der ohnmächtige Mensch ist somit isoliert von sich selbst und isoliert von seinen Beziehungen zu Mitmenschen und zu seiner Umwelt. Existieren Fluchtwege aus dem Labyrinth der Ohnmacht? Den Ohnmächtigen Selbstverschulden zu unterstellen mag en vogue sein, doch ebenso ist dies eine unhaltbare Zuschreibung. Die vorliegenden Texte umkreisen das Thema Ohnmacht, legen vitale Zonen frei und arbeiten so gegen die lähmenden Erschütterungen an.

Vanessa Aab: Das Bildpotential im Zeitalter des digitalen Hybridfilms. Die Mise en images im Wandel der Technologie am Beispiel des Stilmittels der Plansequenz in Victoria und Birdman

Band 12 der Reihe Hefte zur Medienkulturforschung, hg. v. Thomas Weber 2015
2015, 52 S., ISBN 978-3-86938-077-3, 10.00 EUR

Karl Prümm forderte 2004 einen Paradigmenwechsel in der Fokussierung der Filmwissenschaftler, die klassisch auf der Mise en scène  lag und stattdessen auf die „Mise en images“  gelenkt werden sollte. Dieser Forderung liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Kamera jene Instanz sei, der die Ästhetik des Films wesentlich entstammt. Die Aktualität dieses Gedankens zeigt sich heute in der Problematisierung des Medienwechsels von klassischer Kinematographie zum digitalen Filmbild, welches die Kamera als alleinigen Bildproduzenten durch teilweise computergenerierte Bilder abgelöst hat. Anhand der Analyse zweier Spielfilme, deren Ästhetik sich an der ambivalenten Schnittstelle von klassischer und digitaler Bildgestaltung bewegt, soll das Konzept einer fotografischen Filmanalyse aktualisiert werden.

Michaela Ott: Affektionsbilder: ihre transkulturelle Migration

Band 11 der Reihe Hefte zur Medienkulturforschung, hg. v. Thomas Weber 2015
2015, 64 S., ISBN 978-3-86938-078-0, 12.00 EUR

Das Affektionsbild, ein Begriff aus Deleuzes Filmphilosophie, wird hier in seiner Entwicklung zum expressiven Ausdruck der modernen Malerei nachgezeichnet, die erst dank der Inspiration durch nicht-westliche, aber nicht anerkannte künstlerische Artikulationsweisen zu ihrem rein flächigen und abstrakten „Wesen“ gelangt. Afroamerikanische und afrikanische Gemälde und Filme verdeutlichen die ideologische Gewalt, die diesen forcierten „Reinigungsprozess“ vorantreibt, zeigen heute das Verdrängte und kulturelle Bedingte dieser modernen künstlerischen Farb- und Formgebung an und kodieren sie ansatzweise um.

Brian Winston: “Ça va de soi”. Die visuelle Repräsentation von Gewalt im Holocaust-Film

Band 10 der Reihe Hefte zur Medienkulturforschung, hg. v. Thomas Weber 2015
2015, 64 S., ISBN 978-3-86938-079-7, 12.00 EUR

Brian Winston greift die Debatte um die Nicht-Darstellbarkeit der Gewalt des Holocausts auf und weist darauf hin, dass vor jeder moralischen Überlegung zunächst einmal die fast vollständige Abwesenheit von audiovisuellen Zeugnissen konstatiert werden muss. Wie kann der Dokumentarfilm dennoch ein Bild des Grauens zeigen? In Referenz auf den Verfremdungseffekt („ostranenie“) analysiert er den Korpus der seit dem Zweiten Weltkrieg erschienenen Dokumentarfilme (darunter Resnais’ „Nuit et Brouillard“ und Lanzmanns „Shoah“) und argumentiert für den Animationsfilm als eine mögliche Lösung des dokumentarischen Repräsentationsdilemmas.

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