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Neuerscheinungen

Michael Krause/Peter Drexler (Hrsg.): Gedächtniskino. Film im Spannungsfeld von kollektiver und subjektiver Erinnerung

Band 4 der Reihe Edition Medienkulturforschung.
Dezember 2016, 252 S., ISBN 978-3-86938-076-6, 26.00 EUR

Die kulturelle Gedächtnisforschung hat in den letzten Jahren eine steigende Zahl an historischen Studien zu Film als kollektivem Erinnerungsmedium hervorgebracht. Doch um die Bedeutung des Kinos vollständig zu erfassen, sowohl für das kulturelle Gedächtnis als auch in seinen genuin filmisch-künstlerischen Formen der Erforschung von Erinnerung, ist die Einbeziehung filmästhetischer und -historischer Perspektiven notwendig. In diesem Sinne nimmt der vorliegende Band die verschiedenen Dimensionen des Gedächtnisfilms aus dezidiert interdisziplinärer Perspektive in den Blick. Die Beiträge spannen einen historischen Bogen von den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart: Schwerpunkte sind u. a. die Erinnerung an das ‚Dritte Reich‘ und den Holocaust, das Trauma des 11. September 2001 und die Renaissance der DDR im Spielfilm nach 1989.

 

Thomas Weber: Der Normalfall des Fernsehens. Das Reality-TV als kommunikative Figuration

Band 16 der Reihe Hefte zur Medienkulturforschung, hg. v. Thomas Weber
Dezember 2016, 36 S., ISBN 978-3-86938-084-1, 8.00 EUR

Das Reality TV ist Teil einer neuen Fernsehkultur, deren Dynamik sich nur erfassen lässt, wenn man das Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Faktoren (ästhetische Eigendynamik, ökonomische Interessen, institutionelle Rahmenbedingungen, technische Möglichkeiten etc.) berücksichtigt. Der vorliegende Beitrag untersucht das Wechselspiel von ästhetischen Strukturen und sozialen Funktionen des Reality TV und fragt, ob der „Normalismus“ des Fernsehens allein auf den im Fernsehen geäußerten Ansichten basiert oder ob auch die ästhetischen Strukturen bzw. strukturellen Rahmenbedingungen zu einer Normalisierung beitragen. In Anlehnung an Norbert Elias’ Begriff der sozialen Figuration wird der Begriff der „kommunikativen Figuration“ vorgeschlagen und zur Analyse der Dramaturgie der Reality-TV-Formate eingesetzt. Dabei werden die spezifischen Merkmale des Reality TV als kommunikative Figuration paradigmatisch herausgestellt.

 

Thomas Elsaesser: Cinema as Experience and Event

Band 15 der Reihe Hefte zur Medienkulturforschung, hg. v. Thomas Weber
Dezember 2016, 36 S., ISBN 978-3-86938-083-4, 8.00 EUR

Our concern with the space of experience in cinema is symptomatic of the changes cinema has undergone in the past thirty years. In film studies it points to a bifurcation of interest: For much of the 1950s and 60s, the focus has been on the makers – the directors as auteurs and artists; but since the 1970s more emphasis has been laid on audiences, reception and the physical spaces of cinema experience. But even within this shift to audiences, there are differences of emphasis: between “film” and “cinema”, between “ocular vision” and “embodied vision”, between “sight” in the cinema and its “sound-scape and sound spaces”, between the “visible” and the “invisible”, or as I would summarize this in-between-ness of cinema: between film as “text and narrative” and cinema as “event and experience”.

 

 

Hans J. Wulff: Von Giften und vom Vergiften. Zu einer Narratologie der Giftmorde im Film

Band 14 der Reihe Hefte zur Medienkulturforschung, hg. v. Thomas Weber
Dezember 2016, 64 S., ISBN 978-3-86938-082-7, 12.00 EUR

Der Giftmord weist kulturgeschichtlich bis in die Antike zurück, zunächst als ein ruchloses Mittel, politische Gegner aus dem Weg zu räumen. Erst in der Neuzeit häufen sich Geschichten, die sich zu einer ganzen formula von Geschichten über das Gift als ein Mittel verdichten, mit dem man in soziale Strukturen eingreifen kann, um Gewaltbeziehungen zu beenden, Erbfolgen zu manipulieren oder in den materiellen Besitz der Opfer zu gelangen. Oft ist ein privates Motiv der Befreiung oder der Bereicherung im Spiel. Und immer geht es darum, die Tat zu verschleiern oder vor den Augen der anderen zum Verschwinden zu bringen. Der Giftmord wird so zum Element einer „naiven“ Kriminologie der Privatperson.

 

 

Sven Grampp: Vom Beobachten des Beobachters der Beobachter. Die erste bemannte Mondlandung im deutschen Fernsehen diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs

Band 13 der Reihe Hefte zur Medienkulturforschung, hg. v. Thomas Weber
Dezember 2016, 96 S., ISBN 978-3-86938-081-0, 16.00 EUR

Sven Grampp untersucht die Berichterstattung über die erste bemannte Mondlandung im west- und ostdeutschen Fernsehen. Ausgehend von der binären geopolitischen Logik des Kalten Krieges etablierten sich diesseits wie jenseits des Eisernen Vorhangs rekursive Beobachtungsschleifen als dominanter Darstellungsmodus in den Medien. Gerade in der Berichterstattung über die erste bemannte Mondlandung im west- und ostdeutschen Fernsehen wird deutlich, wie variationsreich die Beobachtungen von Beobachtern auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs tatsächlich waren. Es wurde damals nicht zuletzt ein Darstellungsmodus eingeübt, der für die heutige global vernetzte Medienkultur selbstverständlich geworden ist.

 

 

Michael Manfé: Ohnmacht

2016, 216 S., ISBN 978-3-86938-080-3, 22.00 EUR

Der ohnmächtige Mensch ist der in eine Ecke des Lebens gedrängte und getriebene Mensch. Der ohnmächtige Mensch wird zum Ding degradiert, zum Automaten, zur Maschine, der man den Stecker zum Leben im vollen Wortsinn gezogen hat. Der ohnmächtige Mensch ist in Einsamkeitsstrategien gefangen. Sein Tun ist von außen suggeriert und erfolgt nicht mehr aus freien Stücken. Der ohnmächtige Mensch vermag nicht mehr Schöpfer, sondern nur mehr Zerstörer zu sein. Die in Ohnmacht Gefangenen sind zur erfüllenden Hingabe unfähig. Sie sind der Fähigkeit beraubt, sich selbst positive Kraft zu verleihen. Der ohnmächtige Mensch ist somit isoliert von sich selbst und isoliert von seinen Beziehungen zu Mitmenschen und zu seiner Umwelt. Existieren Fluchtwege aus dem Labyrinth der Ohnmacht? Den Ohnmächtigen Selbstverschulden zu unterstellen mag en vogue sein, doch ebenso ist dies eine unhaltbare Zuschreibung. Die vorliegenden Texte umkreisen das Thema Ohnmacht, legen vitale Zonen frei und arbeiten so gegen die lähmenden Erschütterungen an.

 

 

Vanessa Aab: Das Bildpotential im Zeitalter des digitalen Hybridfilms. Die Mise en images im Wandel der Technologie am Beispiel des Stilmittels der Plansequenz in Victoria und Birdman

Band 12 der Reihe Hefte zur Medienkulturforschung, hg. v. Thomas Weber 
2015, 52 S., ISBN 978-3-86938-077-3, 10.00 EUR

Karl Prümm forderte 2004 einen Paradigmenwechsel in der Fokussierung der Filmwissenschaftler, die klassisch auf der Mise en scène  lag und stattdessen auf die „Mise en images“  gelenkt werden sollte. Dieser Forderung liegt die Überzeugung zugrunde, dass die Kamera jene Instanz sei, der die Ästhetik des Films wesentlich entstammt. Die Aktualität dieses Gedankens zeigt sich heute in der Problematisierung des Medienwechsels von klassischer Kinematographie zum digitalen Filmbild, welches die Kamera als alleinigen Bildproduzenten durch teilweise computergenerierte Bilder abgelöst hat. Anhand der Analyse zweier Spielfilme, deren Ästhetik sich an der ambivalenten Schnittstelle von klassischer und digitaler Bildgestaltung bewegt, soll das Konzept einer fotografischen Filmanalyse aktualisiert werden.

 

 

Michaela Ott: Affektionsbilder: ihre transkulturelle Migration

Band 11 der Reihe Hefte zur Medienkulturforschung, hg. v. Thomas Weber 
2015, 64 S., ISBN 978-3-86938-078-0, 12.00 EUR

Das Affektionsbild, ein Begriff aus Deleuzes Filmphilosophie, wird hier in seiner Entwicklung zum expressiven Ausdruck der modernen Malerei nachgezeichnet, die erst dank der Inspiration durch nicht-westliche, aber nicht anerkannte künstlerische Artikulationsweisen zu ihrem rein flächigen und abstrakten „Wesen“ gelangt. Afroamerikanische und afrikanische Gemälde und Filme verdeutlichen die ideologische Gewalt, die diesen forcierten „Reinigungsprozess“ vorantreibt, zeigen heute das Verdrängte und kulturelle Bedingte dieser modernen künstlerischen Farb- und Formgebung an und kodieren sie ansatzweise um.

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