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Lahire, Bernard: Doppelleben – Schriftsteller zwischen Beruf und Berufung

Lahire, Bernard: Doppelleben – Schriftsteller zwischen Beruf und Berufung. Hardcover, 700 Seiten, ISBN 978-3-86938-018-6, 72.00 EUR

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Was ist ein Schriftsteller? Ein Autor, der durch das Schreiben seinen Lebensunterhalt verdient? Ein Autor, der bei Kollegen anerkannt ist, auch wenn er von seinen schriftstellerischen Arbeiten nicht leben kann? Oder jeder, der sich einfach nur so nennt, auch wenn er hauptberuflich etwas anderes macht? Wie finanzieren sich Schriftsteller eigentlich? Bernard Lahire geht diesen Fragen auf den Grund. In der bisher weltweit größten Studie zu diesem Thema (basierend auf einer Befragung von rund 800 Schriftstellern) untersucht Lahire die verschiedenen Spielarten des Berufsfelds.

Entstanden ist eine breit angelegte Studie, die am Beispiel Frankreichs historisch kenntnisreich argumentierend die soziale Situation von Schriftstellern analysiert.

Brilliant und differenziert geschrieben analysiert Lahire, wie sich das Selbstverständnis von Autoren und ihre Auffassung von Kunst in einer Gesellschaft wandelt, in der die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen immer mehr zur Regel wird. Lahire durchleuchtet die alltäglichen Heraus- und Überforderungen, mit denen Autoren versuchen, ihre verschiedenen, fragmentierten und oft gegensätzlichen Rollen miteinander in Einklang zu bringen.

 

INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort
Das Spiel beginnt
Mythenschreibung oder Soziologie?
Zur Materialisierung der Schriftsteller

Theorie des literarischen Spiels und Methodenfragen
1 Literatur als Spiel
Die Besonderheiten des literarischen Universums
Welche Autonomie meint man?
Doppelleben der Schriftsteller und literarisches Wechselspiel
Innerhalb und außerhalb der Felder
Das literarische Spiel

2 Schriftstellerpopulationen und ihre Konstruktion
„Autoren“ und „Schriftsteller“ in der Künstlersozialversicherung AGESSA
Die „literarischen Autoren“ der Statistikbehörde INSEE
Abgrenzung der Grundgesamtheit
Erstellung, Zusendung und Rezeption des Fragebogens
Werteskalen zur Differenzierung der Schriftsteller

Sozioökonomische und literarische Situationen der Schriftsteller
3 Von einigen gesellschaftlichen Charakteristika der Schriftsteller
Geschlecht und soziale Herkunft
Sozialisierung in Familie und Schule
Ein Kapital an literarischen Kenntnissen

4 Von der Notwendigkeit eines Nebenberufs
Jahrhundertealte Schwierigkeiten, vom Schreiben zu leben
Arbeitsteilung und soziale Stellung
Die wirtschaftlichen Voraussetzungen einer nicht-kommerziellen Literatur
Sozioprofessionelle Verankerung und sozialer Werdegang
Das schwierige Nebeneinander von Schreiben und außerliterarischer Vollzeitstelle
Vielfältige Einnahmequellen

5 „Schriftsteller“ sein oder nicht sein
Das Selbstverständnis der Schriftsteller und seine Möglichkeitsbedingungen
Eine zentrale und gleichzeitig zweitrangige Beschäftigung
Zeichen einer berufsständischen Integration

6 Veröffentlichungen und Würdigungen
Publikationen
Auftragsarbeiten
Unterschiede bei dem Grad der literarischen Anerkennung

7 Paraliterarische Tätigkeiten
Einstellung zu paraliterarischen Aktivitäten
Wie bewahrt man seine Autonomie bei unsichtbaren Grenzen?
Problematischer Zuverdienst oder drohende Verselbstständigung?

Autorenporträts von Schriftstellern mit Nebenberuf
8 Schriftsteller mit Lehrberuf
Annie Zadek: ein Leben für die Literatur

9 Schriftsteller in Journalistenberufen
Olivier Saison: die Schizophrenie des Autors

10 Schriftsteller mit Berufen im Literaturbetrieb, aber außerhalb des literarischen Spiels
Patrick Drevet: Voraussetzungen für eine „Klosterzelle“
Paul Fournel: Sich von der Illusion verabschieden, vom Schreiben leben zu können

11 Schriftsteller mit paraliterarischen Berufen
Maryvonne Rippert: Schreiben als Beruf

12 Schriftsteller in Künstler- und Kulturberufen
„Arnaud Basch“: sich die Woche einteilen

13 Schriftsteller in Berufen außerhalb des Kultursektors
Marc Lambron: auf vier Beinen
Brigitte Varel: Geschichtenerzählerin „aus Zufall“
Yves Bichet: zwischen Baustelle und Schreibtisch

Autorenporträts von Schriftstellern ohne Nebenberuf
14 Schriftsteller (fast) ohne Nebenberuf
Ausnahmen bestätigen die Regel
Der Berufsschriftsteller, der von seinen Büchern lebt
Charles Juliet: Schreiben, um zu leben
Ayerdhal: Vollzeitschriftsteller voller Selbstzweifel
Hubert Mingarelli: vom Jobber zum Vollzeitberufsschriftsteller

15 Prekarität und Ungewissheit
Schriftsteller ohne Nebenberuf
Schriftsteller in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen
Wenn ungewisse Lebenssituationen in eine Schieflage geraten
Boheme oder Prekarität?

Endspiel
16 Literarische Dispositionen und Dispositive
Disposition zum selbstständigen und selbstbestimmten Arbeiten
Geistig-literarische Rezeptivitätshaltung

17 Literarische Visionen des Doppellebens
Implizite und explizite Theorien des Doppellebens
Franz Kafkas „schreckliches Doppelleben“
Literarisches Spiel und „wirkliches Leben“

18 Gesellschaftliche Erfahrungs- und literarische Werkvielfalt
Die Bedeutungen des Nebenberufs: Zeit, Stil und Themen
Eine komplexe Frage und allzu viele Reduktionismen
Wie sich wirtschaftliche Zwangssituationen literarisch auswirken

Anhang
Liste des ausgewerteten empirischen Materials
In der Zeitschrift Livre & Lire von April 2004
Eine groß angelegte Schriftstellerbefragung
Fragebogen: Schriftstellerleben
Erstellung der Werteskalen
Tabellen und Datenmaterial zur Schriftstellerbefragung 2004
Liste der interviewten Schriftsteller
Bibliographie
Nachwort: Das literarische Spiel und der Impetus soziologischer Aufklärung
Abkürzungen
Register

 


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